Das Bevölkerungswachstum in Zahlen
Schweiz: dicht besiedeltes Land

AHV und demographische Veränderung / Alterslast

 

Bevölkerungsexplosion in der Schweiz
bevcherdkl.gif (14752 Byte)
Die Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz unterscheidet sich, über einen längeren Zeitraum betrachtet, kaum von der Bevölkerungsexplosion auf der Erde.

Das Bevölkerungswachstum in Zahlen

Das Wachstum der schweizerischen Bevölkerung

Jahr

Bevölkerungszahl

 

1600 (ca.)

1 Mio

 

1830

2 Mio

230 Jahre später

1892

3 Mio

62 Jahre später

1929

4 Mio

37 Jahre später

1956

5 Mio

27 Jahre später

1967

6 Mio

11 Jahre später

1994

7 Mio

27 Jahre später

1998

7,13 Mio

 
.    

Das Bevölkerungswachstum in den 90er Jahren *

Jahr

Geburten- überschuss

Einwanderungs-
überschuss

Total

in Prozent

1990

20'200

56'600

76'800

1.2

1991

23'600

62'000

85'600

1.3

1992

24'600

40'600

65'200

1

1993

21'300

39'300

60'600

0.9

1994

21'000

29'400

50'400

0.7

1995

18'800

24'500

43'300

0.6

1996

20'400

-1'400

19'000

0.3

1997

17'700

-2'600

15'100

0.2

1998

15'800

11'300

27'100

0.4

1999

15'900

25'000

40'900

0.6

* Ständige Wohnbevölkerung: ohne Saisonniers u. Asylsuchende
Quelle: BFS

Die Bevölkerungszunahme setzt sich aus Geburtenüberschuss und Einwanderungsüberschuss zusammen. Im Durchschnitt der neun Jahre 1990/98 betrug der Geburtenüberschuss 22'500, der Wanderungsüberschuss 27'700. Die Bevölkerungszunahme belief sich somit durchschnittlich pro Jahr auf 48'200 Personen. Zum Vergleich: Die Einwohnerzahl der Stadt Luzern beträgt 60'000, diejenige von Biel 50'700, von Chur 34'000. Der Kanton Uri zählt 35'900 Einwohner, Glarus 38'500, Appenzell Ausserrhoden 54'100.


Schweiz: dicht besiedeltes Land


Die Bevölkerungsdichte in der Schweiz, berechnet aus Einwohnerzahl (7,13 Mio.) und Fläche (41'000 km²), ergibt 173 Einwohner pro km². Diejenige von Österreich - ein vergleichbares Gebirgsland - beträgt nur 97 Einwohner pro km², ist also nur etwas mehr als halb so hoch wie diejenige der Schweiz. Betrachtet man nur das schweizerische Mittelland, so ergibt sich eine Dichte von 460 E/km². Die Schweiz ist eines der dichtest bevölkerten Länder nicht nur Europas, sondern der ganzen Welt.


Die demographische Veränderung

Bei der Diskussion um die Zukunft der AHV wird immer wieder auf die demographischen Veränderungen hingewiesen: Mehr Alte, weniger Junge. Hier sollen die Zusammenhänge näher untersucht werden.

Heute kommen in der Schweiz vier Erwerbstätige auf einen Rentner, im Jahr 2040 wird sich das Verhältnis auf etwa zwei zu eins verändern. Zu solchen "Schreckensmeldungen" würden Titel passen wie: Überalterung nimmt zu' oder 'Rentnerberg wächst'. Die durch die Statistik ausgewiesene Tatsache lässt sich als solche nicht leugnen, falsch daran ist jedoch der Blickwinkel.

Einäugig
Um ein objektives Bild zu erhalten, muss man sämtliche Nichterwerbsfähige, also auch die Jungen, den Erwerbsfähigen gegenüberstellen. Zählt man Junge und Rentner zusammen, dann ergibt sich ein ganz anderes Bild, besonders wenn man den Blick auch zurück richtet: Im Jahr 1900 mussten 100 Erwerbsfähige für 85 Nichterwerbsfähige aufkommen, nämlich für 75 Kinder und 10 Rentner. Heute ist die Gesamtbelastung an einem Tiefpunkt angelangt, sie beträgt noch 61 Prozent (37 Junge und 24 Rentner). Die Gesamtbelastung wird zwar in den kommenden Jahren ansteigen, aber selbst im Jahr 2040 wird sie den Wert von 85 Prozent (wie 1900) nicht erreichen.

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Grafik: Edi Schlotterbeck

Prof. Ambros Lüthi (Uni Freiburg), Spezialist für Bevölkerungsfragen, sagt dazu, dass der heutige Wert (61%) unnatürlich tief sei und sich mit keinen Mitteln auf die Dauer aufrechterhalten lasse. In stark wachsenden Bevölkerungen wie z.B. in Afrika könne die Last 150% und mehr betragen, d.h. 100 Personen im Erwerbsalter stehen 150 oder mehr Junge und Alte gegenüber.

Absurdes Szenario
Wollte man das heutige Verhältnis von erwerbsfähiger zu nichterwerbsfähiger Bevölkerung aufrechterhalten, dann wäre ein "Import" junger ausländischer Arbeitskräfte notwendig, oder die Schweizerinnen müssten wieder mehr Kinder haben. Solche Forderungen hört man ab und zu. - Wenn man aber die Sache zu Ende denkt, dann ergibt sich folgendes Bild: Diese jungen Menschen werden auch einmal alt und müssten durch noch mehr Junge ersetzt werden, die auch wieder alt werden, worauf man noch mehr... usw. usw. Es handelt sich hier um ein "Schneeballprinzip" (exponentielle Entwicklung), das überall dort, wo man es anwendet, in einer Katastrophe endet. Die Beibehaltung des heutigen Anteils an Arbeitskräften würde ein stetiges Wachstum des Bevölkerungszahl voraussetzen. Da ein endloses Wachstum aber nicht möglich ist, hat es wenig Sinn, die Varianten 'forcierte Einwanderung' oder 'neuer Babyboom' überhaupt in Betracht zu ziehen.

Die Rentner des Jahres 2050 sind schon geboren, es lässt sich also ausrechnen, wie stark die Gesamtbevölkerung ansteigen würde, wenn der heutige Renteranteil von 15 Prozent an der Gesamtbevölkerung konstant gehalten werden sollte (Berechnungen Prof. A. Lüthi).

Variante "neuer Baby-Boom" (2,7 Kinder pro Frau)
Jahr über 65 J. (=15%) Gesamtbevölkerung
2000 1,1 Mio. 7,2 Mio.
2025 1,2 Mio. 8,0 Mio.
2050 1,4 Mio. 9,3 Mio.
2075 1,8 Mio. 11,8 Mio.
2100 2,3 Mio. 15,1 Mio.
Variante "forcierte Einwanderung"
Jahr über 65 J. (=15%) Gesamtbevölkerung
2000 1,1 Mio. 7,2 Mio.
2025 1,5 Mio. 10,1 Mio.
2050 2,1 Mio. 13,8 Mio.
2075 2,8 Mio. 19,0 Mio.
2100 3,9 Mio. 26,2 Mio.

Das Prinzip zeigt sich deutlich: Die Gesamtbevölkerung würde andauernd massiv wachsen - ein Ding der Unmöglichkeit.

Fazit
Ein andauerndes Wachstum ist aus ökologischer Sicht unerwünscht, wegen des "Schneeballeffekts" würde es in eine Katastrophe führen. In einer endlichen Welt (Schweiz) ist ein unendliches Wachstum nicht möglich. Wirtschaft und Politik sind daher aufgefordert, nach Ideen zu suchen, wie eine Zukunft ohne Wachstum möglich ist.
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